Proxmox auf MinisForum NAB9 Plus: Effizientes Home Lab
Einleitung: Mein Weg zum effizienten Home Lab mit dem MinisForum NAB9 Plus
Servus, liebe Admins und Home Lab-Enthusiasten! Kennst du das? Man startet klein, vielleicht mit einem Raspberry Pi, und ehe man sich versieht, wächst das Home Lab zu einem kleinen Server-Rack heran. Aber mit der Leistung steigt oft auch der Stromverbrauch – und damit die Rechnung. Genau dieses Dilemma hat mich dazu gebracht, nach einer leistungsstarken, aber extrem sparsamen Lösung für mein Home Lab zu suchen. Und ich bin fündig geworden: Das MinisForum NAB9 Plus in Kombination mit Proxmox war für mich ein echter Game Changer.
In diesem Guide teile ich meine Erfahrungen mit dir und zeige dir Schritt für Schritt, wie ich Proxmox auf diesem kleinen Kraftpaket installiert und mein bestehendes Setup migriert habe. Das Ziel? Ein stabiles, vielseitiges und vor allem energieeffizientes System für all meine Dienste wie Home Assistant, Docker-Container, N8N-Workflows und vieles mehr. Mach dich bereit, denn wir tauchen tief in die Materie ein!
Warum Proxmox auf einem Mini-PC?
Für mich ist Proxmox die erste Wahl, wenn es um Virtualisierung im Home Lab geht. Es ist Open Source, rock-solid und bietet mit VMs und LXC-Containern eine unglaubliche Flexibilität. Auf einem Mini-PC wie dem MinisForum NAB9 Plus entfaltet es sein volles Potenzial: Du bekommst eine vollwertige Server-Umgebung, die kaum Platz wegnimmt, flüsterleise ist und vor allem – das ist der Clou – extrem wenig Strom verbraucht. Ich spreche hier von Idle-Verbräuchen, die man sonst nur von deutlich leistungsschwächeren Geräten kennt. Wer das zum ersten Mal einrichtet, wird überrascht sein, wie viel Power in diesen kleinen Kisten steckt.
Voraussetzungen: Was du brauchst, bevor wir starten
Bevor wir loslegen, stellen wir sicher, dass du alles Nötige beisammen hast. In meiner Erfahrung ist eine gute Vorbereitung die halbe Miete und spart dir später viel Frust.
Hardware
- MinisForum NAB9 Plus: Oder ein vergleichbarer Mini-PC mit Intel-Prozessor, der Hardware-Virtualisierung (VT-x/SVM) unterstützt. Meiner hat einen Intel i9-12900HX, was für die meisten Home Labs mehr als ausreichend ist.
- Genug RAM: Ich empfehle mindestens 16 GB, besser 32 GB, besonders wenn du viele VMs oder speicherintensive Dienste betreiben möchtest.
- Speicher: Eine schnelle NVMe-SSD für Proxmox selbst und die wichtigsten VMs/LXCs.
- Externes Speichermedium (optional, aber empfohlen): Eine externe USB-SSD für Backups oder weniger performancekritische Daten. Das hat mir viel Zeit gespart, da ich meine Backups direkt darauf ablegen konnte, bevor ich sie ins neue System migrierte.
- USB-Stick (mind. 8 GB): Für das Proxmox Installationsmedium.
- Monitor, Tastatur, Maus: Nur für die initiale Installation und BIOS-Konfiguration.
- Netzwerkkabel: Für die Verbindung ins Heimnetzwerk.
Software
- Proxmox VE ISO-Image: Die aktuelle Version kannst du direkt von der Proxmox-Webseite herunterladen.
- Rufus oder Ventoy: Ein Tool, um das ISO-Image bootfähig auf den USB-Stick zu schreiben. Ich persönlich nutze Ventoy, weil ich damit mehrere ISOs auf einem Stick habe – super praktisch!
BIOS-Konfiguration: Die Weichen richtig stellen
Ein oft übersehener, aber entscheidender Schritt ist die korrekte Konfiguration des BIOS. Ohne die richtigen Einstellungen kann Proxmox die Hardware-Virtualisierung nicht nutzen, was die Performance deiner VMs massiv beeinträchtigen würde. Wichtig zu wissen: Jeder BIOS-Hersteller hat seine eigene Menüstruktur, aber die gesuchten Optionen sind meist ähnlich benannt.
Wichtige Einstellungen im BIOS
Starte deinen MinisForum NAB9 Plus und drücke die entsprechende Taste (oft Entf, F2 oder F10), um ins BIOS zu gelangen. Suche nach folgenden Einstellungen:
- CSM (Compatibility Support Module): Deaktiviere dies. Wir wollen im reinen UEFI-Modus booten, da dieser moderner und sicherer ist.
- Secure Boot: Deaktiviere auch Secure Boot. Proxmox ist zwar mit Secure Boot kompatibel, aber für eine reibungslose Installation und um spätere Probleme mit Treibern oder Kernel-Modulen zu vermeiden, deaktiviere ich es immer zuerst.
- SVM (Secure Virtual Machine Mode) oder Intel VT-x: Dies ist die Hardware-Virtualisierungsunterstützung. Unbedingt aktivieren! Ohne diese Funktion laufen deine VMs extrem langsam oder gar nicht. Bei Intel-CPUs heißt es meist "Intel Virtualization Technology" oder "VT-x", bei AMD "SVM Mode".
- Boot Mode: Stelle sicher, dass "UEFI" ausgewählt ist.
- Boot Order: Ändere die Boot-Reihenfolge so, dass dein USB-Stick an erster Stelle steht, damit wir Proxmox davon installieren können.
Speichere die Änderungen und starte den PC neu. Nun sollte er vom USB-Stick booten.
Proxmox Installation: Der erste Schritt in die Virtualisierungswelt
Die Installation von Proxmox ist erstaunlich unkompliziert. Der Installer führt dich durch alle notwendigen Schritte.
Installationsmedien vorbereiten
Bevor du dein MinisForum startest, stecke den vorbereiteten USB-Stick mit dem Proxmox ISO ein. Wenn du Rufus verwendet hast, ist der Stick direkt bootfähig. Mit Ventoy wählst du einfach das Proxmox ISO aus dem Menü des Sticks aus.
Proxmox installieren
- Wähle im Boot-Menü des USB-Sticks "Install Proxmox VE".
- Akzeptiere die Lizenzbedingungen.
- Festplattenauswahl: Wähle die NVMe-SSD deines Mini-PCs als Installationsziel aus. Proxmox wird die gesamte Platte verwenden. Wenn du spezielle Partitionierungswünsche hast, kannst du dies hier anpassen, aber für die meisten Home Labs ist die Standardeinstellung in Ordnung.
- Standort und Zeitzone: Wähle dein Land, deine Zeitzone und das Tastaturlayout.
- Admin-Passwort und E-Mail: Lege ein sicheres Passwort für den Root-Benutzer fest und gib eine E-Mail-Adresse an. Diese E-Mail wird für Systembenachrichtigungen verwendet.
- Netzwerkkonfiguration: Hier wird's wichtig.
- Hostname: Gib einen eindeutigen Hostnamen für deinen Proxmox-Server an (z.B.
pve-minipc.local). - IP-Adresse: Weist deinem Server eine statische IP-Adresse zu. Das ist entscheidend, damit du ihn später immer unter derselben Adresse erreichen kannst. Ich empfehle dringend, keine DHCP-Adresse zu verwenden, da sich diese ändern könnte.
- Netmask: Meistens
255.255.255.0für ein /24-Netzwerk. - Gateway: Die IP-Adresse deines Routers.
- DNS Server: Die IP-Adresse deines Routers oder deines bevorzugten DNS-Servers (z.B. Pi-hole, Cloudflare
1.1.1.1oder Google8.8.8.8).
- Hostname: Gib einen eindeutigen Hostnamen für deinen Proxmox-Server an (z.B.
- Überprüfe die Zusammenfassung und starte die Installation.
Nach Abschluss der Installation wird der PC neu gestartet. Entferne den USB-Stick, damit er nicht wieder vom Installationsmedium bootet.
Erste Schritte nach der Installation
Sobald Proxmox hochgefahren ist, siehst du auf der Konsole die Anmeldeaufforderung und die URL für die Weboberfläche. Öffne einen Browser auf einem anderen Gerät in deinem Netzwerk und navigiere zu https://<Deine-Proxmox-IP>:8006. Melde dich mit dem Benutzernamen root und dem von dir vergebenen Passwort an.
Gleich nach dem Login wirst du wahrscheinlich mit einem "No-Subscription"-Hinweis begrüßt. Keine Sorge, den fixen wir später. Jetzt kümmern wir uns erstmal um die grundlegende Systempflege.
Systempflege und Updates: Immer auf dem neuesten Stand
Ein aktuelles System ist ein sicheres und stabiles System. Bevor wir irgendwelche VMs oder LXCs erstellen, bringen wir Proxmox auf den neuesten Stand.
Repository anpassen
Standardmäßig ist das Enterprise-Repository für Proxmox aktiviert. Das ist für Nutzer mit einem kostenpflichtigen Abo gedacht. Da wir Proxmox im Home Lab oft kostenfrei nutzen, müssen wir dieses Repository deaktivieren und das "No-Subscription"-Repository aktivieren. Das hat mir viel Kopfzerbrechen erspart, als ich zum ersten Mal vor den Fehlermeldungen bei Updates stand.
Verbinde dich per SSH mit deinem Proxmox-Server (z.B. mit PuTTY oder über die Shell in der Proxmox Web-UI unter "Datacenter" -> "Node" -> "Shell").
# Enterprise Repository auskommentieren
sudo nano /etc/apt/sources.list.d/pve-enterprise.list
Füge ein # am Anfang der Zeile ein, die mit deb https://enterprise.proxmox.com/debian/pve beginnt.
Anschließend fügen wir das No-Subscription-Repository hinzu:
# No-Subscription Repository hinzufügen
sudo nano /etc/apt/sources.list
Füge folgende Zeile am Ende der Datei hinzu:
deb http://download.proxmox.com/debian/pve bookworm pve-no-subscription
Speichere die Datei (Strg+O, Enter) und schließe den Editor (Strg+X).
System aktualisieren
Nun können wir das System aktualisieren. Mein Tipp: Mach das regelmäßig!
sudo apt update && sudo apt dist-upgrade -y
Dieser Befehl aktualisiert die Paketlisten und installiert alle verfügbaren Updates. Ein dist-upgrade ist wichtig, da es auch Kernel-Updates und größere Systemänderungen berücksichtigt. Nach größeren Updates ist oft ein Neustart des Servers ratsam (sudo reboot).
Externe Speicherung einbinden: USB-SSD für Backups und mehr
Eine externe USB-SSD ist Gold wert für Backups deiner VMs und LXCs. Sie ist schnell genug, um Backups zügig zu erstellen und wiederherzustellen, und entlastet die interne NVMe-SSD. So habe ich meine externe SSD eingebunden:
SSD identifizieren und partitionieren
Stecke die externe USB-SSD an deinen MinisForum an. Dann identifizieren wir sie auf der Kommandozeile:
lsblk
fdisk -l
Suche nach dem Namen deiner SSD. Sie wird wahrscheinlich als /dev/sdb oder /dev/sdc auftauchen. Sei hier extrem vorsichtig! Ein falscher Gerätename kann zum Datenverlust auf deiner Systemplatte führen. Prüfe die Größe, um sicherzugehen, dass du die richtige Platte erwischt hast. In meiner Erfahrung ist das der häufigste Fehler, den Anfänger hier machen.
Wenn du die SSD identifiziert hast (nehmen wir an, es ist /dev/sdb), partitionieren wir sie:
sudo fdisk /dev/sdb
Folge den Anweisungen:
n(für neue Partition)p(für primäre Partition)1(für Partition Nummer 1)- Zweimal Enter (für Standardwerte: erster und letzter Sektor der Platte)
w(um die Änderungen zu schreiben und zu beenden)
Dateisystem erstellen
Jetzt formatieren wir die neue Partition mit ext4:
sudo mkfs.ext4 /dev/sdb1
Mountpoint anlegen und dauerhaft einbinden
Wir erstellen einen Mountpoint und binden die SSD temporär ein:
sudo mkdir /mnt/ssd
sudo mount /dev/sdb1 /mnt/ssd
Damit die SSD auch nach einem Neustart automatisch gemountet wird, fügen wir sie zur /etc/fstab hinzu:
sudo nano /etc/fstab
Füge folgende Zeile am Ende der Datei hinzu:
/dev/sdb1 /mnt/ssd ext4 defaults 0 0
Speichere und schließe die Datei. Überprüfe die Konfiguration mit:
sudo mount -a
Wenn keine Fehlermeldung erscheint, ist alles in Ordnung. Du kannst jetzt auch df -h ausführen, um zu sehen, ob die SSD korrekt gemountet wurde.
SSD in Proxmox als Speicher hinzufügen
Nun bringen wir Proxmox bei, dass es diese SSD als Speicherplatz nutzen kann. Das geht bequem über die Weboberfläche:
- Navigiere in der Proxmox Web-UI zu Datacenter -> Storage.
- Klicke auf Add -> Directory.
- Gib folgende Details ein:
- ID: z.B.
usb-ssd-backups(ein eindeutiger Name) - Directory:
/mnt/ssd(der von uns erstellte Mountpoint) - Content: Wähle
VZDump backup fileund optional weitere Inhalte, je nachdem, wofür du die SSD nutzen möchtest. Für Backups ist das aber die Hauptsache. - Max Backups: Ich stelle hier gerne
5ein, um nicht unendlich viele alte Backups zu horten.
- ID: z.B.
- Klicke auf Add.
Jetzt hast du einen dedizierten Speicher für deine Backups, der sich nicht mit dem Hauptsystem die Platte teilt. Mein Tipp: Nutze das für regelmäßige Backups! Ein Backup ist nur so gut wie seine Wiederherstellbarkeit, aber ohne Backup hast du gar nichts.
Migration und LXC-Container: Deine Dienste umziehen
Der Umzug von einem alten System (z.B. einem Raspi oder einem anderen Proxmox-Host) auf den neuen MinisForum ist dank Proxmox-Backups relativ schmerzfrei.
Backups deiner alten VMs/LXCs erstellen
Wenn du von einem anderen Proxmox-Host migrierst, erstelle einfach Backups deiner VMs und LXCs und speichere sie auf der externen SSD oder einem Netzlaufwerk, das du später auf dem neuen Host einbinden kannst. Wenn du von einem Raspi oder ähnlichem kommst, musst du die Daten manuell sichern und später in neuen LXCs oder VMs wiederherstellen.
Backups wiederherstellen
Wenn du Proxmox-Backups hast, kannst du diese einfach wiederherstellen:
- Navigiere in der Proxmox Web-UI zu deinem neu erstellten Speicher (z.B.
usb-ssd-backups). - Wähle das gewünschte Backup aus der Liste.
- Klicke auf Restore.
- Wähle den Zielspeicher (meistens
local-lvmauf deiner internen NVMe-SSD) und gib eine neue VM/LXC ID an, falls die alte schon vergeben ist. - Starte die Wiederherstellung.
Nach der Wiederherstellung kannst du die VM/LXC starten und prüfen, ob alles läuft. Manchmal sind noch kleinere Anpassungen an der Netzwerkkonfiguration innerhalb der VM/LXC nötig.
Neuen LXC-Container erstellen
Für neue Dienste oder wenn du keine Proxmox-Backups hattest, ist die Erstellung eines LXC-Containers kinderleicht:
- Template herunterladen: Klicke auf Datacenter -> Node -> local -> CT Templates. Klicke auf Templates und wähle ein Template (z.B.
debian-12-standard) und klicke auf Download. - Container erstellen: Klicke oben rechts auf Create CT.
- General: Hostname und Passwort festlegen.
- Template: Dein heruntergeladenes Template auswählen.
- Disks: Größe der Root-Disk festlegen (z.B. 8-16 GB).
- CPU: Anzahl der CPU-Kerne zuweisen.
- Memory: RAM zuweisen.
- Network: Statische IP-Adresse, Netmask, Gateway und DNS zuweisen.
- DNS: Optional eigene DNS-Server eintragen.
- Klicke auf Finish. Dein neuer LXC ist bereit!
Wichtige LXC-Optionen prüfen
Gerade wenn du Docker in einem LXC betreiben möchtest, musst du unter LXC-Container -> Options -> Features sicherstellen, dass Nesting aktiviert ist. Ohne Nesting wirst du Probleme bekommen, Docker-Container in deinem LXC zu starten.
Proxmox-Feintuning: Kleine Helfer für den Admin-Alltag
Ein paar kleine Anpassungen machen den Umgang mit Proxmox noch angenehmer.
"No-Subscription"-Hinweis entfernen
Der "No-Subscription"-Hinweis beim Login kann auf Dauer nerven. Den kannst du mit einem kleinen Hack entfernen. Das ist rein kosmetisch und beeinflusst die Funktionalität von Proxmox nicht.
Verbinde dich wieder per SSH mit deinem Proxmox-Server.
sudo nano /etc/javascript/proxmox-widget-toolkit.js
Suche in der Datei nach der Zeile, die No-Subscription enthält. Sie sieht in etwa so aus:
if (res === null || res.data.status.toLowerCase() !== 'active') {
Ext.Msg.show({
title: gettext('No valid subscription'),
message: gettext('You do not have a valid subscription for this host. Please visit www.proxmox.com to get a subscription.'),
buttons: Ext.Msg.OK,
icon: Ext.Msg.WARNING
});
}
Ändere den Wert von true zu false in der If-Bedingung oder kommentiere den gesamten Block aus, der die Nachricht anzeigt. Eine einfache Methode ist, die Bedingung so zu ändern, dass sie immer "wahr" ist, oder den Ext.Msg.show Block zu kommentieren. Am einfachsten ist es, einfach die Zeile mit Ext.Msg.show zu kommentieren.
Ich persönlich ändere gerne die Bedingung zu if (false) { am Anfang des Blocks, dann wird der ganze Code einfach ignoriert.
if (false /* res === null || res.data.status.toLowerCase() !== 'active' */) {
Ext.Msg.show({
title: gettext('No valid subscription'),
message: gettext('You do not have a valid subscription for this host. Please visit www.proxmox.com to get a subscription.'),
buttons: Ext.Msg.OK,
icon: Ext.Msg.WARNING
});
}
Speichere die Datei. Danach musst du den Browser-Cache leeren (meist Strg+F5), damit die Änderung wirksam wird.
Häufige Fehler und Lösungen
In meiner langen Zeit mit Proxmox sind mir immer wieder ähnliche Probleme untergekommen. Hier ein paar der häufigsten und wie du sie löst:
Fehler 1: Proxmox bootet nicht / Hardware-Virtualisierung fehlt
- Problem: Dein Proxmox-Server bootet nicht vom USB-Stick, oder nach der Installation laufen VMs extrem langsam und zeigen Fehlermeldungen bezüglich fehlender Virtualisierungsunterstützung.
- Lösung: Prüfe die BIOS-Einstellungen! Gehe sicher, dass UEFI Boot Mode aktiviert, CSM und Secure Boot deaktiviert sind. Vor allem aber: SVM (AMD) oder Intel VT-x (Intel) muss im BIOS aktiviert sein. Ohne das geht nichts.
Fehler 2: Externe SSD wird nicht gefunden oder gemountet
- Problem: Die externe USB-SSD taucht nicht in
lsblkauf oder kann nicht gemountet werden. - Lösung:
- USB-Verbindung prüfen: Ist die SSD richtig angeschlossen und mit Strom versorgt? Manchmal brauchen externe Platten eine eigene Stromversorgung.
- Gerätenamen prüfen: Hast du den richtigen Gerätenamen (z.B.
/dev/sdb) verwendet? Ein Tipp: Ziehe die SSD ab, führelsblkaus, stecke sie wieder an und führelsblkerneut aus. Der neue Eintrag ist deine SSD. - Partitionierung/Formatierung: Ist die SSD korrekt partitioniert und mit einem Dateisystem (z.B. ext4) formatiert? Nutze
sudo fdisk -lundsudo mkfs.ext4 /dev/sdb1(mit deinem korrekten Gerätenamen). - fstab-Eintrag prüfen: Ein Tippfehler in
/etc/fstabist ein Klassiker. Überprüfe die Syntax genau. Nach Änderungen infstabimmersudo mount -aausführen, um Fehler sofort zu erkennen.
Fehler 3: Updates schlagen fehl wegen Enterprise Repo
- Problem: Bei
apt updateerscheinen Fehlermeldungen bezüglich des Proxmox Enterprise Repositories oder du kannst keine Updates installieren. - Lösung: Du hast vergessen, das Enterprise Repository auszukommentieren und/oder das No-Subscription Repository hinzuzufügen. Gehe zurück zum Abschnitt "Repository anpassen" und stelle sicher, dass die Datei
/etc/apt/sources.list.d/pve-enterprise.listdie Zeile für das Enterprise Repo auskommentiert hat (mit#am Anfang) und/etc/apt/sources.listden Eintrag fürpve-no-subscriptionenthält. Danach wiedersudo apt update && sudo apt dist-upgrade -yausführen.
Fazit: Dein effizientes Home Lab ist startklar
Glückwunsch! Du hast jetzt einen leistungsstarken, energieeffizienten Proxmox-Server auf deinem MinisForum NAB9 Plus am Laufen. Die Migration deiner Dienste ist abgeschlossen und du hast die grundlegende Systempflege und externe Speicherung eingerichtet. In meiner Erfahrung ist das eine der besten Plattformen für ein Home Lab, das sowohl Performance als auch den Geldbeutel schont.
Was sind die nächsten Schritte? Jetzt kannst du dich austoben! Erstelle weitere LXC-Container für Docker, Home Assistant, N8N, oder experimentiere mit VMs für andere Betriebssysteme. Denk daran, regelmäßig Backups zu machen und dein System aktuell zu halten. Die Welt deines Home Labs ist jetzt offen für unzählige Möglichkeiten!
Viel Spaß beim Experimentieren und Automatisieren!